Im neusten Bulletin des Fördervereins «Variant 5» gehts um eine ebenso unausweichliche wie heikle Frage: Ist nach der jahrelangen Aufbau- und Austauscharbeit unser Engagement in Bulgarien noch nötig? Ist denn die dortige Zivilgesellschaft nicht längst in der Lage, ganz ohne Paten aus dem Ausland Dinge anzupacken und umzusetzen? Die Frage ist wichtig. Sie ist auch etwas unangenehm: Sie zwingt dazu, Dinge zu benennen, die nicht gut sind. Allgemein gesagt: Für initiative Menschen, die an die Veränderung zum Guten hin glauben wollen, ist Bulgarien oft ein sehr hartes Pflaster. An sich ist alles da, was es bräuchte. Bildhaft gesprochen: Es hat Erde. Es hat Wasser. Man könnte den Acker bestellen. Aber jene, die aus Erde und Wasser lieber Schlamm machen, sind noch zahlreich (…) – Und weiter im Bulletin: Gute Noten für den Bildungsfonds für «Variant 5»; Beschlüsse der Hauptversammlung vom 21. März; Rückblick aufs Projekt «Democracy is a Process».
Autor: admin
-
Es hat Wasser. Es hat Erde. Machen wir Schlamm!
-
Literatur und Musik – Dimitré Dinev und die Wladigeroff Brothers
Unser Kulturtipp: Am kommenden Mittwoch, 20. Mai 2015, 19.00 Uhr, liest der bulgarisch-österreichische Autor Dimitré Dinev im Alpinen Museum der Schweiz in Bern. Die Lesung in deutscher Sprache wird begleitet von den Wladigeroff Brothers. Ähnlich wie Dinev schlagen auch die in Wien lebenden musikalischen Zwillinge eine Brücke zwischen dem Westen und dem Balkan. Wir hoffen viele von euch im Alpinen Museum zu treffen!
Dinev (*1968) studierte Nach seiner Flucht über die grüne Grenze (1990) in Wien Philosophie und russische Philologie. Heute ist er einer der bekanntesten – deutschsprachigen – Autoren seines neuen Heimatlandes. Seinen literarischen Durchbruch schaffte Dinev mit dem Familienroman «Engelszungen» (2003), einem von slawischem Humor durchzogenen Wälzer, in dem es um die Liebe, das Leben und den Tod in allen möglichen Spielarten geht. In Bern wird Dinev sowohl Passagen aus seinen bekannten Werken und unveröffentlichte Texte lesen. Die Lesung findet im Hinblick auf den Feiertag der kyrillischen Schrift vom 24. Mai statt. -
Ein Fest der Begegnung, ein Ort der Förderung
Sportlerinnen und Sportler aus Albanien, Bulgarien, Estland, Mazedonien, Moldawien, Rumänien, der Schweiz, Serbien und Russland haben sich am diesjährigen «Cupa Variant 5» zu einem Treffen der besonderen Art in der bulgarischen Provinz zusammengefunden. Der mehrtägige Orientierungslauf-Anlass (30. April bis 3. Mai 2015) in und um Targoviste stand ganz im Zeichen der Begegnung und Jugendförderung. In den Kinder- und Jugendkategorien wurden rund 1200 Starts gezählt – ein Erfolg für die Förderbemühungen von «Variant 5» (die in diesem Bereich vor allem dank der grosszügigen Unterstützung durch Dr. Christian Fiechter, Zollikerberg, möglich ist). Der «Cupa» ist aber auch der Ort, wo der Nachwuchs auf seine Vorbilder trifft: Die diesjährigen «Balkan Heroes», die die wichtigsten Läufe für sich entschieden haben, sind Kiril Nikolov und Antonia Grigorova (im Bild). – Zu den Resultaten des Anlasses. -
Weichen stellen fürs neue Jahr
Am Samstag, 21. März 2015, stellt der Förderverein «Variant 5» an seiner Hauptversammlung die Weichen fürs neue Vereinsjahr. Der Blick aufs letzte Jahr zeigt: Dem Verein standen 2014 etwas weniger Mittel zur Verfügung als in den Vorjahren. Gleichwohl gelang es, alle Projekte wie gewünscht weiterzuentwickeln. Gerne gewähren wir Einblick in den Zusammenzug der Vereinsrechnung 2014 sowie in den Revisorenbericht. Kein Geheimnis ist auch das vorgeschlagene Budget 2015. – Das Bild zu diesem Eintrag hat zugegebermassen nichts mit unserer HV zu tun, aber sehr wohl mit Bulgarien: Es zeigt ein bulgarisches Schneeräumungsfahrzeug, das nach den heftigen Schneefällen von Anfang März eine Verbindung zu einem abgeschnittenen Dorf freizukämpfen versucht. -
Auf Pirsch durch die unbekannte Schweiz
Sechs bulgarische Journalistinnen und Journalisten sind vom 8. bis 14. März 2015 auf Pirsch durch die Schweiz: Wie sieht es in einem hiesigen Klassenzimmer aus? Wie lebt der Schweizer Bauer mit dem rasanten Wandel? Was bedeutet das Wort «Energiewende» eigentlich? Das sind einige der Fragen, die sie im Gepäck haben. Das Projekt der Darik-Stiftung (-> siehe Projektbeschrieb) hat letztlich zum Ziel, bulgarische Medienschaffende zu befähigen, in Bulgarien einen konstruktiven Beitrag zur Stärkung der Demokratie zu leisten – und zu unabhängigeren Medien beizutragen. Der Hintergrund: Die Medienfreiheit in Bulgarien nimmt laufend ab. Das Land ist 2014 in Sachen Medienfreiheit (media freedom index) auf Rang 100 zurückgefallen. Das Projekt wird in der Schweiz von «Reporter ohne Grenzen» getragen. An der konkreten Umsetzung ist aber «Variant 5» massgeblich beteiligt. -
Von Wohlriechbonbons, Waldparcours und Schweizer Helden
Im seinem neuen Bulletin geht der Fördervereins der zugebernmassen sehr unwichtigen Frage nach, warum ausgerechnet in Bulgarien ein Deodoranten-Bonbon erfunden wurde, das uns nach Rosen duften lässt. Zu den Wichtigeren Nachrichten gehört das Neuste über unseren Bildungsfonds, für den wir derzeit sammeln, sowie der Stand der Aufbauarbeiten von Bulgariens erstem Vitaparcours. Das Bulletin lässt sich hier herunterladen. Für jene, die der bulgarischen Sprache mächtig sind, haben wir noch ein Essay über den eigenwilligen Helden Louis Eyer ins Bulgarische übertragen – dies als Beitrag über den in Bulgarien regen Diskurs über die Figur Eyer. Луи Айер – eсе на български език. -
Targoviste im ewigen Eis
In seinem neuen Bulletin schlägt «Variant 5» den Bogen von Bulgarien bis in die Antarktis: Wir haben dort den Targoviste-Gletscher entdeckt. Aber im Austausch bleiben wir doch lieber mit dem belebten Targoviste im Nordosten Bulgariens, das in strengen Wintern höchstens kurze Zeit einem Gletscher gleicht. Im neuen Bulletin schildern schliesslich die bulgarischen Kinder, die im August in der Schweiz weilten, wovon sie daheim als Erstes erzählt haben. Bilder dazu gibts in einem Facebook-Fotoalbum. -
Meistens «ganz unten», einmal «ganz oben»
Mit seinen Jugend- und Sportprojekten tummelt sich «Variant 5» meistens «ganz unten», an der gesellschaftlichen Basis. Dort versucht der Förderverein über Sportprojekte Menschen zu befähigen, ihren Alltag und ihr Umfeld zu verändern. Am 18. September ergab sich nun die Möglichkeit, jenen «ganz oben» darzulegen, welchen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung der Sport auch in Bulgarien leisten könnte: Am Rande der europäischen Sportministerkonferenz in Magglingen fand ein informelles Treffen statt zwischen Bulgariens neuer Sportministerin Evgenia Radanova, dem stellvertretenden Sportminister Yordan Yovchev, Kabinettschefin Vyara Karaganeva und – auf schweizerischer Seite – Walter Mengisen, dem Rektor der Eidgenössischen Sporthochschule Magglingen (ESHM), und Marc Lettau, dem Präsidenten des Fördervereins «Variant 5». Der lebhafte Austausch ist letztlich die Fortsetzung eines bereits im Frühjahr von «Variant 5» in Sofia angeschobenen Dialogs. Auf dem Bild: Vanya Karaganeva, Walter Mengisen, Evgenia Radanova, Marc Lettau, Yordan Yovchev. -
Junge bulgarische Historiker auf Louis Eyers Spuren
Der im Waadtland aufgewachsene Schweizer Louis Eyer (1865-1916) gilt als Turnvater Bulgariens. Er hat dort den Sportunterricht eingeführt und zum Aufbau einer breiten Sportbewegung beigetragen. In den letzten Tagen hat eine Crew junger bulgarischer Historiker die Schweiz bereist – auf Spurensuche. Im Bild: Die Crew vor dem Regionalmuseum Langnau, das im 1526 gebauten «Chüechlihus» untergebracht ist. Die jungen Historiker wollen noch dieses Jahr einen Dokumentarfilm über Eyer veröffentlichen. Der Förderverein unterstützt das Projekt mit einem Beitrag an die Filmproduktion. Die Ausstellung in Langnau zeigt unter anderem mit seiner gegenwärtigen Sonderschau, wie im 19. Jahrhundert – im Jahrhundert das Eyer prägte – immer mehr Vereine die Menschen vereinte. Es ging um viel mehr als um gemeinsames Turnen oder Musizieren. Vereine waren politische Plattformen, Wiegen des Liberalismus und Verteidiger modernen Gedankenguts. Ausserdem: Ein umfangreicher Aufsatz über Louis Eyer erschien 2005 im Berner «Bund». -
Auftakt zum Austauschlager in der Schweiz
Vom 1. bis am 10. August 2014 beherbergt der Förderverein «Variant 5» in der Schweiz 22 Kinder und Jugendliche aus Bulgarien. Für viele ist es die erste Auslandreise überhaupt. Das Austauschlager gibt den jungen Gästen einerseits Einblick in den hiesigen Alltag und führt sie in verschiedene Naturlandschaften in der Region Bern. Als Abschluss nehmen die Kinder und Jugendlichen am Aargauer 3-Tage-OL teil (dessen Organisatoren die Teilnahme substanziell unterstützen). Eine neue Erfahrung wartet auch an diesem Anlass auf die jungen Gäste: Sie beteiligen sich am HELVETAS-Projekt zugunsten bedürftiger Kinder in Benin.